Warum kann eine Geburt traumatisch erlebt werden?

Jeder Frau kann es passieren, dass die Geburt ihres Kindes eine belastende Erfahrung wird. Das ist häufig von situationsbedingten Umständen abhängig, aber auch unverarbeitete, nicht integrierte „Altlasten“ bieten ein höheres Risiko, den Moment schwerer zu verarbeiten.


  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahrung der Intimspäre und die Wertschätzung der Frau als Persönlichkeit. Fühlt sich eine Frau nicht gut aufgehoben, und individuelle Werte können da ganz unterschiedlich liegen, erzeugt sie eine innere Abwehr und kann sich nur schwer hingeben an den Geburtsprozess.

  • Doch leicht sowie schwere Stressbelastungen können auch in dem Moment der Geburt entstehen, ohne eine bestehende wirkliche Verbindung zu früheren Ereignissen. Auch hier sind die Ursachen individuell. Schon alleine die körperliche Verfassung trägt zu den Möglichkeiten einer guten Verarbeitung des Geschehns bei. Je größer der Schmerz, die Erschöpfung und Müdigkeit, desto weniger präsent kann die Frau sein für die Ereignisse rund um die Geburt. Großer Schmerz kann sogar dazu führen, dass Frauen dass Gefühl bekommen aus ihrem Körper heraus zu treten.

  • Besonders Anmerken möchte ich hierbei eine mögliche Verbindung zu anderen belastenden oder traumatischen Erlebnissen.

  • Vorerfahrungen. Immer wenn wir Themen mit uns herum tragen, mit denen wir nicht „im Reinen“ sind, es damit irgend eine Art der Belastung gibt, können diese Themen zu einem anderen Zeitpunkt im Leben reaktiviert werden. Insbesondere wenn wir Stress erleben und die Verarbeitungsmöglichkeiten dadurch eingeschränkt sind. So ist es nicht verwunderlich, wenn während einer Geburt, etwas geschieht was wir schon kennen, damit aber keine guten Erfahrungen gemacht haben, uns dies zusätzlich Sorgen und Stress bereitet bzw. in diesem Moment nicht auf eine Weise verarbeitet werden kann, in der wir das Thema „friedlich zur Seite legen“.
    Themen können ihren Ursprung in der eigenen Kindheit haben, beobachteten Erfahrungen die mit Schwangerschaft, Geburt oder der Erziehung eines Kindes in Zusammenhang stehen oder Erzählungen anderer Personen, die durch ihre Geschichte eine emotionale Betroffenheit ausgelöst haben. Dazu können auch Erfahrungen die über die Medien aufgenommen wurden zu einer Belastung bezüglich der eigenen Schwangerschafts- und Geburtserfahrung führen. Dies ist so individuell, dass eine Verallgemeinerung kaum möglich ist.


  • Da sein, oder nicht da sein – ist das also die Frage? Es gibt so viele Möglichkeiten wodurch Frauen „abgelenkt“ werden können…. Geschwisterkinder, Familie, Fachpersonal, Schmerz, die Geschwindigkeit, unangenehme Gerüche, Geräusche, Temperatur, wenn ich nur bedingt selbst handeln kann, keine Kontrollmöglickeiten habe, mir Sorgen um mich selbst, das Kind mache…., ect.

 


In der Aufarbeitung geht es darum, sich alles nocheinmal genau anzuschauen, damit die damit verbundene Belastung weichen kann. Gerne unterstütze ich Sie auf diesem Weg – damit Sie an die Geburt denken können, ohne von Gefühlen überrollt zu werden.

Ursachen sind immer multifaktoriell.